Strohalm – Historie

Laut alten Unterlagen ist bekannt, dass sich einst Anno Domini 1953 eine Handvoll musikinteressierter, hochmotivierter Menschen daran machte, den von den Amerikanern im 2. Weltkrieg zugeschütteten Gewölbekellerteil Lazarettstraße / Hauptstraße wieder freizuschaufeln.
Ziel war es, eine „Herberge der Musik“ zu erschaffen. Nach wenigen Monaten war es vollbracht, die ersten berühmten Gäste und Jazzvirtuosen wie z.B. Elke Sommer und Chris Barber  betraten die „heiligen Hallen“ – benannt Strohhalm. Elke Sommer stiftete den Musikverrückten sogar ein Klavier. Bald schon sollten sich hier weitere Topkünstler die Klinke in die Hand geben.
Damals war der Eingang in der Lazarettstraße; er war einer Kellerluke ähnlicher als einem stolzen Portal. Nach Schwierigkeiten mit den damaligen Behörden wurde aus dem Strohhalm ein Studentenclub.

Die Jahre vergingen. Nach etlichen Renovierungen und Umbauarbeiten wurde in den 60er Jahren der Strohhalm von einem gewissen Herrn Bubi Winkler in den Räumlichkeiten des heutigen „Zirkel“ betrieben. Nachdem aber der Name des Jazzclubs Strohhalm urheberrechtlich geschützt war, strich Bubi einfach ein „h“ weg – aus dem Strohhalm wurde die Strohalm.
Nach Unstimmigkeiten mit dem damaligen Hausbesitzer zog man von der Hauptstraße 105 (Zirkel) in die Hauptstraße 107 – allerdings mit Eingang im Innenhof der Hauptstr. 105. Seit den 70er Jahren war der Musikkeller über die heutige Eingangstür Hauptstraße 107 zu betreten.
Die Irrungen und Wirrungen dieses wilden Jahrzehnts brachten zunächst das Aus für die Livemusik. Unter der Leitung von Herrn Dirk Bader und Herrn Klaus Kobjoll wurde der Keller zum „Brisant St. Michele“, danach für zwei Jahre unter einem neuen Pächter, namentlich nicht bekannt, zur „Safarilodge“ mit afrikanischer Küche.

In den frühen 80er Jahren hielt die Livemusik wieder Einzug in den Laden. Aber auch dieses mutige und enthusiastische Konzept war nicht von langer Dauer.
Erst als Milan Stoces die Strohalm ähnlich wie ein Irish Pub führte, stiegen die Besucherzahlen wieder deutlich an. So erlebte der Musikkeller seine „zweite Blütezeit“ mit nahezu täglicher Livemusik. Zu dieser Zeit hatte auch Thomas „Wulli“ Wullschläger in der Strohalm sein Bühnendebüt.

Aufgrund einer wirtschaftlich schwierigen Lage gab Milan Stoces 1990 das Geschäft an Faustin Kurz ab. Das Gastspiel des Nachpächters war nur von kurzer Dauer.

Am 2. Mai 1991 übernahm das Gespann Thomas „Wulli“ Wullschläger und Tom „Cat“ Wilson zusammen mit ihren Partnerinnen Susanne Knauer und Andrea Christensen das Geschäft. Und wieder boomte der Strohalm – wie er trotz der Schreibweise mit nur einem „h“ genannt wird – und begeisterte die Gäste, die Musiker und die Betreiber gleichermaßen.
1992 und 1993 stiegen Tom „Cat“ Wilson und Andrea Christensen aus der Geschäftsführung aus. In den folgenden Jahren ist das „Irish-Pub-Konzept“ aus dem Keller verbannt worden.

Der Strohalm wuchs zu einer deutschlandweit anerkannten Kleinkunstbühne. Hausherr Thomas Wulli Wullschläger konnte neben deutschen Künstlern wie Peter Finger, Martin C. Herberg, Werner Lämmerhirt, Markus Segschneider, Embryo und Guru Guru auch internationale Größen wie Julian Dawson, Climax Blues Band, Chris Jones & Steve Baker, Kieran Halpin und viele  andere verpflichten. Junge außergewöhnliche Künster wie Gregor Meyle & Andreas Kümmert sind gerne im Strohalm zu Gast. Für regionale Musiker ist der Strohalm mittlerweile eine Institution.

Mitte Juni 2011 wurde der Strohalm aufgrund umfangreicher Renovierungsarbeiten für mehr als 3 Monate geschlossen und eröffnete seine Pforten am 26. September 2011 wieder.

Erlangen im September 2011